Spielphilosopie der Libertas Sanguins

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Spielphilosopie der Libertas Sanguins

Beitragvon Mephistopheles » So 19. Jan 2014, 22:26

Spielphilosophie der Libertas Sanguinis

Der Spielverbund Libertas Sanguinis wurde 2003 in Hannover gegründet. Die Gruppe sollte für eine begrenzte Zahl von Freunden mit negativen Erfahrungen im Vampire Live die Möglichkeit eröffnen das Spiel mit gegenseitigem Verständnis und Toleranz weiterzuführen. Aus den gemeinsamen vorherigen Vampire Live Erfahrungen ist eine Philosophie entstanden, die sich in den letzten zehn Jahren mit der Gruppe stetig weiterentwickelt hat, deren Grundsätze jedoch bis heutige Gültigkeit haben.

Damit weiterhin für alle ein einheitliches, stabiles und reizvolles Spiel entstehen und fortbestehen kann, sind alle Spieler sowie Spielleiter der LS angehalten sich diese Philosophie zu verinnerlichen und sie im Rahmen von Libertas Sanguinis anzuwenden.

Was zeichnet uns aus?


Libertas Sanguinis ist nicht nur eine Vampire Live Community – wir sind mehr. Natürlich steht bei uns das Rollenspiel an erster Stelle, allerdings sind wir auch ein Zusammenschluss von Freunden, die einem gemeinsamen Hobby nachgehen und die neben den Spielterminen untereinander vernetzt sind. Die persönliche Beziehung der Spieler untereinander soll helfen, Krisen im und neben dem Spiel zu bewältigen und gegenseitiges Verständnis für Spielsituationen aufzubringen.

Libertas Sanguinis steht für ein ausgewogenes Intrigen, Polit- und Ambientespiel, bei dem der persönliche Horror nicht zu kurz kommen soll. Dabei ist uns der Spielspaß jedes einzelnen, aber auch, und vor allem, der Spielspaß miteinander sehr wichtig. Jeder Spieler sollte sich daher verpflichtet fühlen den Spielspaß aller anderen mit zu fördern.

Damit das möglich ist, stellen wir einen hohen Anspruch an unser Spiel und seine Charaktere.

Es ist daher Voraussetzung, dass alle Charaktere Tiefe aufweisen und auf durchdachten Konzepten beruhen. Je umfassender man sich mit der Geschichte des darzustellenden Charakters beschäftigt hat, desto leichter fällt es auch dem Spieler, sich in die Situationen hineinzuversetzen und entsprechend zu handeln.

Ebenso notwendig ist es, dass der jeweilige Charakter Ecken und Kanten hat – also nicht unantastbar ist. Nachteile und Schwächen bereichern nicht nur das Spiel miteinander, sondern auch das Gefühl des persönlichen Horrors und dadurch das eigene Spielerlebnis. Nachteile auszuspielen und sie für den Charakter noch weiter auszubilden ist ein wesentlicher Faktor des Rollenspiels bei Libertas Sanguinis.

Grundsätze der Spielphilosophie von Libertas Sanguinis

Voraussetzungen für das Spiel:
Beim Vampire geht es um persönlichen Horror, Blut, Gewalt, Intrigen und Emotionen. Deshalb lassen wir keine minderjährigen Spieler zu unserem Spiel zu und die Spielleitung von Libertas Sanguinis behält sich vor, psychisch nicht gefestigte Personen – oder Menschen, die aus Sicht der Spielleitung nicht in die Gruppe passen - von dem Spiel auszuschließen. Ebenso ist vor oder beim Treffen der Konsum von Alkohol verboten.

Grundsätzliches zum Spiel:
Die Libertas Sanguinis ist ein Politikspiel, bei dem es hauptsächlich ums verlieren und die düsteren Abgründe der World of Darkness geht.

Wir spielen keine Helden, sondern Monster, die versuchen menschlich zu bleiben und alle Mittel nutzen, das eigene Überleben zu sichern und zu verbessern. Auch auf Kosten anderer. Verlieren gehört also zu unserem Spiel dazu. Man darf dabei aber nie vergessen, dass Vampire kein Strategiespiel ist, bei dem Figuren gesetzt werden, sondern ein Spiel, bei dem das Ambiente, die Dramatik des Vampirdaseins und das darstellende Rollenspiel im Vordergrund steht.

Als Spieler muss man sich deshalb immer vor Augen führen, dass Charaktere Schwächen haben sollten, die sie angreifbar machen, und das nach dem Aufstieg immer der Fall – gar die Vernichtung – kommen kann.

Dennoch ist die Vernichtung von Charakteren für uns das absolut letzte Mittel. Bevor Spieler eine so weitreichende, endgültige Entscheidung treffen – die nur in Absprache mit der Spielleitung ausgeführt wird – sollte jeder einzelne darüber nachdenken, ob es nicht andere mögliche Strafen, Intrigenspielchen oder Konsequenzen gibt, die das eigene - und das Spiel der anderen - mehr bereichern.

Die Entwicklung des Charakters sollte im Vordergrund stehen. Charaktere müssen schwach beginnen und der Spieler sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Entwicklung hin zu einem mächtigen und einflussreichen Charakter sich über mehrere Jahre hinziehen kann. Diese Regel unterstreicht das Low-Level Spiel, für das Libertas Sanguinis einsteht. Ahnenspiel ist nicht im Sinne von Libertas Sanguinis. Jeder Spieler startet auf dem selben niedrigen Niveau und hat die Chance seinen Charakter zu entwickeln. Wenn nach einigen Jahren ein Charakter ein Machtniveau erreicht hat, dass den Spielfluss der Gruppe zu massiv beeinflusst, bzw. in der Lage ist Plots im Alleingang zu lösen, empfiehlt die SL einen Ausstieg des Charakters, um den übrigen Charakteren den Spielspaß zu erhalten. Ab einem gewissen Zeitpunkt ist ein Charakter nicht mehr spielbar und kann in seine wohlverdiente „Charakterrente“ gehen.

Der Spielspaß den ein Spieler aus dem Spiel von Libertas Sanguinis ziehen kann beruht auf drei Säulen. Ein wesentlicher Aspekt besteht im Spiel des Charakters, daher in einer interessanten Ausgestaltung des Charakters, sowie seiner Entwicklung. Der Prozess den Charakter über Jahre mächtiger und stärker werden zu lassen, sollte ein wesentlicher Teil des Spielspaßes sein, den man beim Spiel erfahren kann.
Die zweite Säule ist das Politik- und Intrigenspiel, in dem jeder Charakter aufgehen sollte. Als Spieler von Libertas Sanguinis ist dies ein wesentlicher Faktor des Spielspaßes. Intrigenspiel ist eine besondere Herausforderung an Spieler. Das Trennen zwischen dem Spiel und der Realität ist hierbei besonders notwendig.
Die dritte Säule erst ist das Plotspiel. Die Spielleitungen von Libertas Sanguinis entwickeln Plots die eher hintergründige Bedrohungen aufbauen. Kämpfe und kurzfristig angelegte Abenteuer sind eher die Ausnahme.

Spielleitung:
Die Spielleitung umfasst alle als Spielleiter eingetragenen Personen der Domänen Hannover, Bielefeld und Osnabrück. Jede Domäne hat dabei ihre eigene Spielleitung, die im Sinne der Libertas Sanguinis und deren Philosophie handelt und Entschlüsse trifft.

Die Spielleitung ist grundsätzlich nicht wählbar und den Entscheidungen der Spielleiter sollte Vertrauen geschenkt werden. Ohne Vertrauen in die Spielleitung ist ein stabiles, kontinuierliches und konfliktfreies Spiel nicht möglich.

Spieler sollten immer bedenken, dass der jeweiligen Spielleitung mehr Informationen zur Verfügung stehen und auf dieser Grundlage die entsprechenden, situationsabhängigen Beschlüsse beruhen.

Trotzdem sind auch Spielleiter nur Menschen und müssen teils in sehr kurzer Zeit Entscheidungen treffen, bei denen sie versuchen jeden einzelnen Spieler und jede einzelne Ansage zu berücksichtigen. Dies ist nicht immer einfach und dabei kann es zu Fehlern kommen – dennoch ist eine einmal ausgespielte Szene nicht zurückdrehbar und wird im Nachhinein nicht revidiert.

Wichtig in diesem Kontext ist die Zuordnung des Spielers zu seiner SL. Spieler sind durch seinen Wohnort auch an seine Domäne gebunden. Man kann aus dem Spiel heraus nur in Ausnahmefällen und aus guten Gründen die Domäne wechseln. Gründe, die in Sympathien oder Antipathien gegenüber Spielleitern liegen können nicht Grund für einen Wechsel sein.

Regelwerk:
Unser Regelwerk stellt einen groben Rahmen dar, der von unterschiedlichen Spielleitern situationsabhängig auch unterschiedlich interpretiert werden kann. Leider ist eine komplettes Abbild aller Einzelentscheidungen kaum möglich, das teilweise unterschiedliche Auslegungen in gleichen Situationen zur Folge hat. Grundsätzlich gilt jedoch, dass über Entscheidungen der SL nicht diskutiert wird – insbesondere nicht in Intime-Szenen, wodurch der Spielspaß gemindert werden würde.
Änderungen am Regelwerk werden ausschließlich durch Spielleiter angestoßen und vorgenommen. Jedem Spieler der bei LS anfängt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er das vorhandene Regelwerk als Rahmen sehen soll, der Fokus aber auf der Ausgestaltung der Rolle liegen muss.

Neben dem Libertas Sanguinis Grundregelwerk, dass sich an das Pen&Paper Regelwerk „Vampire die Maskerade“ anlehnt, aber dieses nicht widerspiegelt, hat jede Domäne zudem eigene Hausregeln und Regionalregelwerke. Für Entscheidungen im Spiel gilt im Zweifelsfall, dass die jeweils anwesende Spielleitung immer Recht hat.

Forenspiel:
Libertas Sanguinis hat den Anspruch, dass das Spiel eine gewisse Tiefe aufweist.
Den Spielern wird deshalb ergänzend zu den Treffen die Möglichkeit gegeben, über das Forum weiterzuspielen und mit den anderen Charakteren zu interagieren. Zudem kann ein Spieler Ansagen mit seinem Charakter machen, die beschreiben, was der Vampire tut, wie er lebt, welche Einflüsse er aufbaut.

Das Forenspiel ist bei uns zwar nicht verpflichtend, aber wenn das Spiel hierdurch zusätzlich bereichert wird, honorieren die Spielleitungen dies mit einem zusätzlichen Erfahrungspunkt für das virtuelle Spiel.

Zudem haben Ansagen – ob zur Sicherheit, Einflussnahme oder in Bezug auf Zuflucht – nur Gültigkeit, wenn sie entweder im Forum (im entsprechenden Ansagenbereich) festgehalten sind oder mit der Spielleitung explizit besprochen und bestätigt wurden.

weiter in Teil 2

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Beitragvon Mephistopheles » So 19. Jan 2014, 22:27

Teil 2

Das Miteinander:
Konstruktive und sachliche Kritik ist erwünscht und dient der stetigen Verbesserung unserer Spielqualität, beachtet dabei jedoch, dass hinter jedem Charakter immer ein menschlicher Spieler und hinter jedem Spielleiter ein Freiwilliger ohne Bezahlung steckt.
Die Gefühle eines jeden einzelnen sollten besonders im Outtime beachtet werden. Deswegen sprechen wir uns klar gegen OT-Intrigen aus. Bei starken, zwischenmenschlichen Konflikten – die das gemeinsame Spiel belasten - behält sich auch hier die Spielleitung das Recht vor, gegebenenfalls einzuschreiten und Spieler auszuschließen.

Andererseits ist die Intime-/Outtime-Trennung für unser Spiel unabdingbar. Dies bezieht sich auch auf das Miteinander: Spieler sollten sich immer wieder vor Augen führen, dass es letztlich nur der Charakter des anderen ist, der gegen den eigenen Charakter vorgeht – und dies nichts mit der persönlichen Meinung des Menschen, der dahintersteckt, zu tun hat.
Dies hingehend sollte sich jeder Spieler zudem immer selbst fragen, weshalb er, und aus welcher Intention heraus, er wie mit seinem Charakter handelt. Weder sollten OT-Konflikte oder Meinungen noch Freundschaften oder Partnerschaften das Intime beeinflussen.

Zudem beeinflusst die IT-/OT-Trennung den Spielspaß der Gruppe: Wer weitreichende Pläne oder Intrigen ausplaudert, zerstört damit die Freude der anderen, es selbst herausfinden zu können. Deshalb sollten folgenschwere Intime-Geschehnisse oder relevante Charakter-Informationen niemals Outtime besprochen oder herum erzählt werden.

Das Setting:
Der inhaltliche Grundtenor unseres Spieles ist folgender:

Wir spielen Vampire Live in wirklich dünnen Zeiten. Die Zahl der Ahnen ist gering. Einige existieren - sich untereinander schützend, was sie schon seit Jahrhunderten machen - in einzelnen Domänen (so z.B. in Hamburg, Berlin, Braunschweig und Köln). Mit anderen Worten: Sie haben sich weitgehend eingebunkert, tun so, als gäbe es Deutschland nur nach ihrem Duktus, und lassen die Jungen die Drecksarbeit machen...

Die jungen Domänen, das sind unsere bespielten Domänen – Hannover, Bielefeld, Calenberg und Osnabrück. Diese Domänen liegen in den typischen Aufmarschgebieten des Sabbats und werden ständig mit neuen "Jungen" gefüttert, auf dass diese die Schutzdomänen für die Camarilla bilden.

Den Neugeborenen, die dort hinziehen, werden Zukunft und Aufstieg versprochen, wenn sie nur wirklich engagiert sind. So kann ein jeder versuchen, sich rasch hochzuarbeiten und kann gar Erstgeborener seines Clans oder Würdenträger der Domäne werden. Mitunter sind Neugeborene dort sogar schon Prinzen geworden...

Damit diese Jungdomänen nicht völlig aus dem Ruder laufen, beobachten und kontrollieren einige wenige, noch engagierte Ahnen diese Domänen aus dem Hintergrund. Jede Domäne hat den einen oder anderen Ahnen, der diese als seinen „Hinterhof“ betrachtet, ebenso wie andere Ahnen ihre jungen Clansgeschwister „betreuen“. Ahnen sind in der Regel nicht gegenwärtig, greifen aber je nach Bedarf mal ein oder kommen mal zu Besuch, was allerdings die seltene Ausnahme ist - die meisten Ahnen haben wenig Interesse an dem jungen Blut. Sie achten nur darauf, dass die Domänen camarillatreu bleiben und suchen sich hin und wieder einzelne, erfolgreiche Junge aus den Reihen der Jungdomänen, machen sie zu Ancillae und ziehen sie dann irgendwann für wichtigere Dinge ab.


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